Pfarrkirche

Inmitten einer Baumgruppe, etwa auf halbem Weg zwischen Klein-Engersdorf und Hagenbrunn, auf der Gemeindegrenze am Fuße des Veitsberges, liegt die Kirche St. Veit.
Die Entstehung der Kirche dürfte in die Kolonialzeit Anfang des 11. Jhdts. fallen. Von diesem ursprünglichen Bau ist nichts mehr erhalten. Die ältesten Teile der heutigen Kirche entstammen der Gotik, es ist das Presbyterium, das aus Steinen eines nahegelegenen Steinbruchs erbaut wurde. Drei Spitzbogenfenster des nach Osten gerichteten Baues sind heute vermauert. Im Jahre 1440 erfolgte die Erweiterung des Gotteshauses. 1772 wurden der Turm und das Langhaus völlig neu erbaut.
Das Innere der Kirche besitzt im gotischen Presbyterium Dreiviertelsäulen, die auf kleinen Sockeln ruhen. Kleine, niedrige Kapitäle tragen die Hauptrippen, Steinbaldachine über den Kapitälen dienen zur Aufnahme von Statuen. Die hölzernen Statuen aus dem 15 Jhdt. stellen den Heiland und vermutlich die hl. Magdalena dar. Die übrige Inneneinrichtung ist wie der Turm und das Langhaus barock. Die Kanzel dürfte aus dem Jahr 1773 stammen. Die barocken Altarbilder wurden 1974 neben einigen anderen Kunstgegenständen gestohlen. Das ehemalige Hauptaltarbild zeigte das Martyrium des hl. Veits. Dieses, sowie die Bilder der beiten Seitenaltäre (Himmelfahrt Marias und Martyrium der hl. Dorothea) sind mit "Schmidt 1775" signiert. Sie dürften dem berühmten Kirchenmaler Johann Martin Schmidt, genannt" Kremser Schmidt", zuzuschreiben sein. Wie durch ein "Wunder" wurden alle diese Bilder wieder aufgefunden und befinden sich zusammen mit zwei von den Dieben übersehenen gotischen Holzstatuen in Wien in Sicherheit.

Quelle: Rudolf MAIER "Marktgemeinde Bisamberg"